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11.03.2009
Neue Polizeiliche Kriminalstatistik 2008

Gestern hat die Schaffhauser Polizei den Medien die „Polizeiliche Kriminalstatistik der Schaffhauser Polizei (PKS SHPol) 2008“ vorgestellt.

Oberleutnant Philipp Maier, Chef der Hauptabteilung Kriminalpolizei, erläuterte dabei die Zahlen und Hintergründe der im Jahr 2008 auf dem Gebiet des Kantons Schaffhausen festgestellten Straftaten.

Die vorgestellte Polizeiliche Kriminalstatistik der Schaffhauser Polizei kommt nicht nur optisch sondern auch inhaltlich in einem völlig neuen Kleid daher. Ab diesem Jahr werden die Schaffhauser Zahlen in einem strikte vorgegebenen Raster an das Bundesamt für Statistik gemeldet. Als grosser Vorteil zeigt sich dabei die Möglichkeit, die Zahlen eins zu eins mit den Verhältnissen in den anderen Kantonen, welche auch mitmachen, vergleichen zu können. Ab dem nächsten Jahr werden dann sämtliche Kantone auf die neue Statistik umgestellt haben und dann sind  sogar schweizweite Vergleiche möglich.

Nachdem zuerst verschiedene technische Systeme eingeführt werden mussten, wurde das Personal der zentralen Administration, welches die Daten eingibt, geschult. Sobald sich das System etabliert hat, wird dadurch auch ein Minderaufwand beim Erfassen von Daten erwartet.

Die neue Form beinhaltet allerdings auch einen gewichtigen Nachteil, welcher sich in diesem Jahr besonderes zeigt: die Erfassungsweise ist dermassen anders, dass die vorliegenden Zahlen zwar einen viel detaillierteren Überblick über das Jahr 2008 ermöglichen, indessen überhaupt nicht mit den Zahlen aus dem Jahr 2007 verglichen werden können. Wurden im Jahr 2007 mit alter Zählweise noch 3488 Fälle erfasst, registrierte die Schaffhauser Polizei 2008 7518 Straftaten. Dabei entfielen 4572 auf den Bereich des Strafgesetzbuches (StGB), 945 auf das Betäubungsmittelgesetz, 530 auf das Ausländergesetz (AuG) und 1471 auf die übrigen Bundesnebengesetze (z.B. Waffengesetz).

 

Die vorliegende Statistik zeigt in ihrer grösseren Detaillierung insbesondere genauer auf, welche Erfolge erzielt werden konnten. In den einzelnen Deliktskategorien werden die Aufklärungsquoten separat aufgeführt. Hier fällt insbesondere der Bereich Straftaten gegen Leib und Leben auf, welcher mit einer Aufklärungsquote von 87% zeigt, dass hier in der polizeilichen Ermittlungsarbeit ein Schwerpunkt gesetzt wird. Auch die Bereiche „Sexualdelikte“ (77%), Straftaten gegen Ehre, Geheim- und Privatsphäre (77%), gegen die Rechtspflege (78%) und gegen die Freiheit (51%) liegen über der 50%-Marke. Die Straftaten gegen das Vermögen liegen mit 28% und die gemeingefährlichen Verbrechen (z.B. Brandstiftung) mit 22% unter der 30%-Marke.

 

Die grösste Anzahl Straftaten pro Einwohner mussten dabei in den Gemeinden Schaffhausen (86 Straftaten pro 1000 Einwohner) und Neuhausen am Rheinfall (64 Straftaten pro 1000 Einwohner) verzeichnet werden. Bei den Delikten gegen das Betäubungsmittelgesetz schwang die Stadt Schaffhausen mit 23 Delikten pro 1000 Einwohner oben auf.

43% der Delikte gegen das StGB wurden von ausländischen Staatsangehörigen begangen, wobei die Gruppe der Personen aus dem Balkan am prominentesten vertreten ist.

Bei den Delikten gegen das Betäubungsmittelgesetz waren es lediglich 35% Ausländer. Auffallend ist der Umstand, dass davon 17% als Asylbewerber gemeldet sind oder keinen oder einen unbekannten Aufenthaltsstatus haben.

10,8% der tatverdächtigen Personen waren unter 18 Jahren und 22,6% aller in Strafverfahren gezogenen Personen waren Frauen. 

Erfreulicherweise wurden im Kanton Schaffhausen letztes Jahr keine Drogentoten registriert. 8 Personen (2007: 13) haben sich im letzten Jahr im Kanton Schaffhausen das Leben genommen.

Wegen häuslicher Gewalt musste 207-mal interveniert werden (2007: 214). Dabei wurden 163 Straftaten festgestellt und 21-mal wurde eine Wegweisungsverfügung erlassen.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2008 der Schaffhauser Polizei ist ab sofort auf der Internetseite www.shpol.ch einsehbar.